Wiener zur Pestizidverordnung: Kommission kann mit neuem Vorschlag das Ruder herumreißen

Die Kommission hat angekündigt, die EU-Pestizidverordnung zurückzuziehen. Das ist die Chance, eine neuen, mehrheitsfähigen Plan zur Pestizidreduktion auszuarbeiten.

Straßburg, 06. Februar. Die neue EU-Pestizidverordnung (SUR) ist das Herzstück der Farm-to-Fork-Strategie für ein nachhaltiges Lebensmittelsystem. Ziel ist eine Reduktion von chemischen und besonders gefährlichen Pestiziden um 50% bis 2030. Neben der notwendigen Transformation der Landwirtschaft stehen auch der Schutz von Umwelt und Gesundheit im Mittelpunkt der umstrittenen Verordnung.

Nach monatelangen Verhandlungen hat eine Mehrheit aus konservativen und rechten Fraktionen im Plenum die Verordnung im vergangenen November nicht nur verwässert, sondern auch weitere Verhandlungen blockiert. Das EU-Parlament hatte keine Position gefunden, weshalb nun der Ball beim Rat lag. Jetzt will die Kommission ihren Vorschlag ganz zurückziehen und von vorne anfangen.

Sarah Wiener, Grüne Abgeordnete und Berichterstatterin für die SUR kommentiert: “Nachdem die Arbeit an der Pestizidverordnung seit Monaten stockt, hat die Kommission heute die Notbremse gezogen und angekündigt, ihren Vorschlag vom Tisch zu nehmen. Es ist bedauerlich, dass es soweit kommen musste, aber zugleich ergibt sich so eine neue Chance an der SUR weiterzuarbeiten. Die Kommission sucht einen ganzheitlichen Ansatz und möchte einen neuen, mehrheitsfähigen Plan zur Pestizidreduktion aufstellen. Das ist der richtige Weg. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zielführende Lösungen für eine nachhaltigere Landwirtschaft zu finden. Pestizidreduktion betrifft nicht nur Bäuerinnen und Bauern, sondern auch EU-Bürgerinnen und Bürger – für die Agrarwende müssen alle zusammengebracht werden.

Entscheidend ist am Ende, Regeln für Pestizidreduktion vorzulegen, die Veränderung bringen. Dazu gehört die Förderung von Integriertem Pflanzenschutz – Chemie muss das letzte Mittel der Wahl sein – sowie der Schutz von Umwelt und Gesundheit. In Städten und öffentlichen Parks haben Pestizide nichts verloren. Besonders wichtig ist auch finanzielle Unterstützung für die Bäuerinnen und Bauern, die Pestizide reduzieren. Es muss klare Anreize für eine Agrarwende geben. Zuletzt braucht es robuste Zielsetzungen: Die Misserfolge der Vorgängerrichtlinie haben gezeigt, dass nichts passiert, wenn es keine Ziele für Pestizidreduktion gibt. Jetzt ist die Zeit, zusammenzukommen und Lösungen zu finden – gehen wir es an.”

Absender:
Sarah Wiener

Ort:
Brüssel am 06.02.2024

Schlagworte:
Umwelt / Biodiversität /Landwirtschaft /EU

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Rückfragehinweis:

Ludmilla Reisinger
Pressesprecherin Sarah Wiener, MEP
ludmilla.reisinger@la.europarl.europa.eu
+43 660 3213732

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