Meine Themen

Als Köchin und Bio-Landwirtin liegt mir das Thema „Ernährung“ besonders am Herzen: Wir brauchen qualitativ hochwertige und nachhaltig produzierte Lebensmittel, die für alle leistbar sind! Dementsprechend arbeite ich als EU-Abgeordnete zum Beispiel zur Farm-To-Fork-Strategie, mit der sich die Zukunft von Europas Lebensmittelversorgung ganz entscheidend verändern könnte – solange die EU-Kommission ihre Vorhaben auch in die Tat umsetzt. Als Schattenberichterstatterin habe ich ein genaues Auge darauf, wie es hier weitergeht.

Untrennbar mit dem Thema „Ernährung“ verbunden ist aber auch die Lebensmittelproduktion und damit die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik, die mehr als nur Überholungsbedarf hat. Hier setze ich mich dafür ein, dass kleine Höfe stärker gefördert werden, auch Landschaftspflege und Umweltschutz sollten besser honoriert werden.

Außerdem kämpfe ich auf EU-Ebene für eine wesensgemäße Tierhaltung: Menschen und Tiere leben miteinander im ständigen Austausch – sorgen wir dafür, dass dieses Verhältnis in Zukunft kein Ausbeuterisches mehr ist! Hand in Hand damit geht das Thema „Antibiotikaresistenzen“: Denn nur, wenn wir den Einsatz von Antibiotika in der Tiermast verringern, können wir auch das Entstehen solcher Resistenzen eindämmen…Mehr zu meinen Vorhaben und meiner Arbeit könnt ihr hier lesen.

Farm To Fork

Endlich hat die Europäische Kommission eine ganzheitliche Strategie für die Zukunft unserer Lebensmittelketten vorgelegt. Die Farm-To-Fork-Strategie – oder auch „Vom Hof auf den Tisch“ – ist Teil des europäischen Green Deals und denkt Europas Lebensmittelversorgung von Grund auf neu. Die Maßnahmen dieses Visionspapiers reichen buchstäblich vom Acker über den Markt bis in den Kochtopf: So findet die Reduktion von Pestiziden auf den Äckern und Antibiotika in den Futtertrögen ebenso Erwähnung wie die Verschwendung von genießbaren Lebensmitteln, die die Kommission deutlich einschränken möchte. Erstmals wird also das gesamte System „Nahrungsmittel“ von der Produktion über die Verarbeitung bis hin zum Konsum gemeinsam betrachtet und verbessert. Was im Einzelnen geplant ist, bis wann es umgesetzt wird und warum es trotz allem etwas an dieser Strategie auszusetzen gibt, lest ihr hier.

Gemeinsame Agrarpolitik

Hier geht es um die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik, die sogenannte GAP, die eine Generalüberholung dringend nötig hätte: Veraltete Förderstrukturen und Ziele, die sich gegenseitig im Weg stehen, sorgen dafür, dass jährlich Milliarden auf den europäischen Ackerflächen versickern. Anstatt die Wende hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft zu unterstützen, hält die GAP weiter an jenen Zielen fest, die vor über 60 Jahren in ihrer Gründungszeit beschlossen wurden: Die Lebensmittelversorgung sicherzustellen und die Einkommen der Landwirt*innen zu unterstützen. Ersteres ist bereits seit Jahrzehnten erfüllt und letzteres funktioniert im Moment mehr schlecht als recht: Während Oligarchen sich Förderungen in Millionenhöhe auszahlen lassen, kommen Kleinbauern zu kurz. Daran muss sich etwas ändern! Die Grünen fordern zum Beispiel mehr Geld für kleine Höfe und zusätzliche Unterstützung für diejenigen, die Artenschutz und Landschaftspflege betreiben… Mehr darüber, warum die Gemeinsame europäische Agrarpolitik so schwierig ist und warum uns das  alle etwas angeht, lest ihr hier.

Tierhaltung

Schweine in Kastenständen und Puten, denen die Schnäbel gestutzt werden. Dass die Zustände in intensiver Tiermast alles andere als ideal sind, ist bekannt. Ändern tut sich trotzdem nichts. Packen wir also das Thema endlich an und tun etwas: Höhere Tierwohlstandards und eine flächengebundene Tierhaltung, bei der nur eine gewisse Anzahl an Kühen, Schweinen oder Hühnern pro Hektar erlaubt ist, sind hier ganz entscheidende Anliegen. Und ja, dazu gehört auch, dass wir uns verändern müssen und weniger Fleisch konsumieren. Denn das Ausmaß, in dem tierische Produkte im Moment verzehrt werden, ist für unseren Planeten auf Dauer einfach nicht tragbar. Mehr darüber, was sich in diesem Bereich gerade auf europäischer Ebene tut, findet ihr hier.

Antibiotikaresistenzen

Wir haben eine der größten Bedrohungen für unser Gesundheitssystem selbst geschaffen: Durch die übermäßige Verschreibung von Antibiotika und vor allem auch den Einsatz in der intensiven Tiermast, entstehen immer mehr Antibiotikaresistenzen. Das bedeutet, dass Bakterien sich zunehmend gegen jenes Mittel zur Wehr setzen, das praktisch Herzstück unserer modernen Medizin ist – und sie können diese Fähigkeit untereinander weitergeben. Die entstehenden multiresistenten Keime kommen überall vor: In Krankenhäusern ebenso wie auf dem Putenfleisch, das wir dann in die Pfanne werfen. Dagegen muss also etwas getan werden. Vor allem in der Tierhaltung werden immer noch viel zu oft vorbeugend Antibiotika verabreicht. Wie genau wir Resistenzen eindämmen können und welche erfolgreichen Strategien einige europäische Länder im Kampf gegen die „Killerkeime“ entwickelt haben, lest ihr hier.

Unser Mikrobiom

Ernährung hat einen großen Einfluss auf unser Immunsystem: Denn unser Darm wird vom sogenannten Mikrobiom besiedelt, einem dichten Wald aus Billionen von Bakterien, die wie eine kleine Apotheke funktionieren. Das Problem: Genau wie die Biodiversität auf unseren Feldern, lichtet sich auch unser Mikrobiom rasant. Schuld daran sind vor allem hochverarbeitete Lebensmittel, die mit Zusatzstoffen sowie Zucker, Salz und Fett vollgepumpt sind und die in Europa in viel zu großen Mengen konsumiert werden. Diese ungesunde Ernährung hat weitreichende Folgen: Denn ein verarmtes Mikrobiom beeinflusst unseren ganzen Körper und führt zum Beispiel zu Adipositas, Diabetes oder Allergien. Was wir dagegen tun können? Mit frischen Zutaten selbst kochen anstatt eine Fertigpizza in den Ofen zu schieben. Oder so selten wie möglich Antibiotika nehmen. Mehr Informationen zum Mikrobiom und seinem Einfluss auf unseren Körper findet ihr hier.

Der Truthahn ist das ärmste Schwein unter den Nutztieren. Denn er lebt auf engstem Raum, meist ohne Tageslicht und ohne Beschäftigung. Zudem werden ihm die Schnabelspitzen abgeschnitten“.“

Sarah Wiener im Interview mit Kronen Zeitung
September 2020.

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